

Bildunterschrift:
Leinburgs Zweite Bürgermeisterin Marion Trisl wurde in der September-Gemeinderatssitzung zur Eheschließungsstandesbeamtin bestellt. Neben der Urkunde überreichte ihr Leinbergs Erster Bürgermeister Christian Palm auch noch einen Blumenstrauß und wünschte ihr viel Freude bei dieser sehr schönen Aufgabe.
Leinburg, 1. Oktober 2026
Weichen für Supermarkt und Gewerbegebiet gestellt
Leinburger
Gemeinderat befasste sich mit wichtigen
Zukunftsthemen für die Kommune
Leinburg.- Wichtige Themen für die zukünftige Entwicklung der Kommune standen auf der Tagesordnung der September-Sitzung des Leinburger Gemeinderates, an der auch außergewöhnlich viele interessierte Bürgerinnen und Bürger teilnahmen. Das Gremium stellte mit seinen Entscheidungen die Weichen für den Neubau des Edeka-Marktes in Leinburg, für die Ausweisung des Gewerbegebietes Diepersdorf Süd und für die Teilnahme der Gemeinde Leinburg an der neuen noch zu gründenden ILE (integrierte ländliche Entwicklung) Pegnitztal.
Bauleitplanung für Edeka-Markt startet
Der geplante Neubau eines Edeka-Marktes in Leinburg war bereits mehrfach Thema im Gemeinderat, unter anderem hatte Edeka dem Gremium die vorläufigen und zwischenzeitlich überarbeiteten Unternehmensplanungen und Wünsche für den zukünftig vergrößerten Lebensmittelmarkt am bisherigen Standort vorgestellt. In der September-Sitzung entschied der Leinburger Gemeinderat nun einstimmig die Verwaltung mit der Einleitung des Bauleitplanverfahrens für den Neubau des Edeka-Marktes im sogenannten Parallelverfahren zu beauftragen und damit die planungsrechtlichen Grundlagen für den Bau des Edeka-Marktes zu schaffen. Im Einzelnen wurde hier die Änderung des Flächennutzungs- und Landschaftsplanes beschlossen sowie Aufstellung des Bebauungsplanes Nr. 30 a „Sondergebiet großflächiger Einzelhandel Kalkofenstraße“ und im Nachgang die Aufhebung des bisherigen Bebauungsplanes Nr. 30 „Sondergebiet Lebensmittelmarkt Kalkofenstraße“. Im nächsten Schritt werden die Vorentwürfe der Pläne erstellt, die dann dem Gemeinderat vorgelegt werden. Anschließend erfolgt die sogenannte frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit und der Behörden.
Wie in der Sitzung betont wurde, trägt der Vorhabensträger sämtliche Kosten der Bauleitplanung inklusive zu erstellender Gutachten, dafür wird zwischen der Gemeinde und dem Vorhabensträger ein entsprechender städtebaulicher Vertrag abgeschlossen werden. Aus diesem Vorgehen ergeben sich aber keinerlei Ansprüche des Vorhabensträger. „Der Gemeinderat bleibt weiterhin „Herr der Verfahrens““, wie Erster Bürgermeister Christian Palm betonte.
Bürgermeister wirbt Projekt für die Zukunft
Neben der Planung für den neuen Edeka-Markt stand ebenfalls im Parallelverfahren die Bauleitplanung der Gemeinde zur Ausweisung des Gewerbegebiets Diepersdorf Süd, hier mit der Änderung des Flächen- und Landschaftsplanes und der Aufstellung eines Bebauungsplanes, auf der Tagesordnung. Erster Bürgermeister Christian Palm begrüßte dazu als Referenten, Sophia Lobinger und Bernhard Walk vom Planungsbüro GSP und dankte für die umfassende und detaillierte Aufbereitung der wesentlichen Punkte aus der frühzeitigen Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung, die die Beiden im Anschluss dem Gremium noch mündlich erläuterten. Eine schriftliche rund 250 Seiten lange Zusammenfassung war den Gemeinderäten als Sitzungsunterlage schon vorab zugeschickt worden. Erster Bürgermeister Christian Palm warb in der Sitzung noch einmal für dieses Vorhaben. Es sei wichtig, um die Gemeinde zu entwickeln und ein Projekt für die Zukunft, das auch vom Unternehmen, das hier seinen gesamten Betrieb ansiedeln möchte, auch vorausschauend und zukunftsträchtig geplant werde.
Nach den einleitenden Worten des Bürgermeisters und vor der Abstimmung trug Bernhard Walk vom Planungsbüro noch einige wesentliche Punkte aus der Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung vor und wie mit diesen im weiteren Verfahren umgegangen wird bzw. inwiefern sie berücksichtigt werden. Insgesamt wurden aus der Öffentlichkeit von 55 Personen Stellungnahmen abgegeben. Teilweise wurden auch mehrere Stellungnahmen von einer Person abgegeben. Es wurden 46 Behörden und sonstige Träger öffentlicher Belange angeschrieben, von 18 gab es keine Rückmeldung, von 12 Stellungnahmen ohne Einwände und Anregungen und von 16 Stellungnahmen mit Einwänden bzw. Anregungen. Unter anderem wurden ein vertiefte Prüfung von Standortalternativen gefordert, Einwände gegen den Verlust naturnaher Erholungsräume, gegen die zunehmende Verkehrsbelastung sowie Boden-, Wasser- und Klimaschutzaspekte vorgebracht. Bernhard Walk erläuterte dem Gremium unter anderem auch den Unterscheid zwischen landschaftlichen Vorbehaltsgebieten und Vorrangflächen, wie die Ausgleichsbilanzierung ablaufe, dass man nur für die Feldlerche eine Ausgleichsfläche suchen müsse und keine Fledermausarten durch das Vorhaben bedroht seien und dass in weiteren Schritten Detailfragen zu Entwässerung geklärt werden und die Umweltberichte noch ergänzt werden.
Zusammenfassend stellte Bernhard Walk vom Planungsbüro GSP fest, dass keine Punkte aus der Öffentlichkeitsbeteiligung aus rechtlicher oder planungsrechtlicher Sicht die weitere Planung stoppen würden, wenn gleich einige Punkte selbstverständlich berücksichtigt würden.
Der Gemeinderat beschloss im Anschluss mit einer Gegenstimme die Abwägung der vorliegenden Stellungnahmen gemäß den vorliegenden Abwägungsvorschlägen. Im Anschluss erfolgt nun die Ausarbeitung der Planentwürfe, die dann dem Gemeinderat vorgelegt werden.
Alle Bürgerinnen und Bürger, die bei der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung ihre Einwände der Gemeinde zugesandt haben, werden eine Stellungnahme als Antwort erhalten, so Leinburgs Geschäftsleiter Christian Lades.
In Zusammenhang mit der Neuentwicklung eines Gewerbegebiets in Diepersdorf kündigte Erster Bürgermeister Christian Palm auch an, dass man als Gemeinde die vom BUND-Naturschutz bei einer Begehung in Diepersdorf angemahnte mangelhafte Begrünung im Industriegebiet aufgreife und in diesem Herbst beginnend und im nächsten Jahr insgesamt 120 Bäume im Gemeindegebiet pflanzen werden, davon allein 30 im Diepersdorfer Industriegebiet.
Im Anschluss an die Beratungen und die Beschlussfassungen zum Gewerbegebiet Diepersdorf Süd meldete ich Zweite Bürgermeistern Marion Trisl noch einmal zu Wort. Sie wolle zum einen den Bürgerinnen und Bürger danken für ihr Interesse und die vielen sachlich formulierten Einwände und Bedenken. Einige wenige der Einwände, fand sie, so Marion Trisl, aber schon sehr befremdlich. So habe man immer wieder von „ich fordere“ lesen müssen, aber auch Sätze wie „man würde über Leichen gehen“, „im Bauausschuss würde eh alles durchgewunken“ und „der Gemeinderat solle sich doch mal ernsthaft mit etwas beschäftigen“. Auch Bernhard Walk vom Planungsbüro GPS hatte vorher schon angemerkt, dass einige der Einwände gar nichts mit dem konkreten Vorhaben zu tun gehabt hätten und lediglich allgemeinen Unmut ausgedrückt haben.
Leinburg wird bei ILE Pegnitztal dabei sein
Einstimmig befürwortete der Leinburger Gemeinderat in der Sitzung die Mitgliedschaft der Kommune in der ILE Pegnitztal. Erster Bürgermeister Christian Palm führte bei seiner Begründung, warum er den Beitritt zu dieser Form der interkommunalen Zusammenarbeit sehr begrüße, unter anderem aus, dass man bereits sehr positive Erfahrungen aus der ILE Schwarzachtalplus habe. Außerdem habe man bei wichtigen Entscheidungen im Landratsamt oder bei anderen Behörden sicherlich mehr Gewicht, wenn zehn Gemeinden gemeinsam und geschlossen auftreten. Zur geplanten ILE Pegnitztal werden neben Leinburg die Kommunen Röthenbach, Schwaig, Rückersdorf, Reichenschwand, Ottensoos, Neunkirchen sowie die Verwaltungsgemeinschaft Henfenfeld (Henfenfeld, Offenhausen und Engelthal) gehören. Vertreter der Kommunen, die zukünftig die ILE Pegnitztal bilden werden, trafen sich bereits Mitte Juni zu einem zweitägigen Seminar in Klosterlangheim, um Ziele und Handlungsfelder festzulegen. Herauskristallisiert haben sich sieben Handlungsfelder, von denen drei als vorrangig betrachtet werden: die Zusammenarbeit in kommunalen Aufgaben, der Bereich Landwirtschaft, Klima, Umwelt und Energie und hier insbesondere der Hochwasserschutz sowie Grundversorgung und Gewerbe. Am 19. Oktober ist eine interkommunale Sitzung in der Karl-Diehl-Halle in Röthenbach geplant. Bis Ende des Jahres soll die ILE Pegnitztal offiziell gegründet werden. Danach werden Konzepte erarbeitet, der Personalbedarf ermittelt und geeignete Förderprogramme zusammengestellt.
Ja-Wort zukünftig auch bei der Zweiten Bürgermeisterin möglich
In der Leinburger Gemeinderatssitzung wurde außerdem noch die Zweite Bürgermeisterin Marion Trisl zur Eheschließungsstandesbeamtin bestellt. Erster Bürgermeister Christian Palm übereichte ihr die Ernennungsurkunde und einen Blumenstrauß und wünschte ihr viel Freude an dem schönen Amt. Zweite Bürgermeisterin Marion Trisl erwiderte, dass sie sich bereits sehr auf die zukünftigen Trauungen freue. Ebenfalls in der September-Sitzung wurde Maximilian Kolb vom Gemeinderat als 2. Kommandant der Feuerwehr Entenberg bestätigt.
Foto: Christine Popp/Gemeinde Leinburg
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